Lohnt sich die Riesterente noch?
Die Riester-Rente, genauer gesagt die vereinzelten Riester-Produkte, erlebten seit ihrer Einführung einen grundlegenden Wandel – und in den meisten Fällen zuungunsten von Sparern. Riester-Verträge, die heute abgeschlossen werden, führen zumeist zu einer deutlich niedrigeren Rendite als Verträge, die im Jahr 2001 abgeschlossen wurden. Insgesamt sind die erwirtschafteten Renditen, in Bezug auf den Sparbeitrag der einzelnen Sparer inklusive der staatlichen Zulagen, bei fast allen Versicherungsprodukten sehr niedrig. Verantwortlich hierfür sind neben den stetig rückläufigen Zinserträgen am Kapitalmarkt besonders zahlreiche staatlich verordneter Kalkulations- und Zertifizierungsregeln.
Änderungen bei der Riester-Rente
Ab 01.01.2012 tritt eine Reihe von wichtigen Neuerungen bei der staatlich geförderten Riester-Rente in Kraft. Tipps zu Geld & Finanzen sowie zahlreiche wertvolle Versicherungsratschläge rund um das Thema finden Sie hier.
Das Rentenalter steigt auf 62 Jahre
Alle Riester-Verträge, die bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen wurden, können ab dem Zeitpunkt des vollendeten 60. Lebensjahres ausgezahlt werden. Hingegen werden Riester-Verträge, die ab dem 01.01.2012 geschlossen werden, erst nach Vollendung des 62. Lebensjahres ausgezahlt.
Garantierter Zinssatz sinkt auf 1,75 Prozent
Für neue Riester-Verträge, die ab dem 01.01.2012 geschlossen werden, sinkt der garantierte Zinssatz, während der gesamten Vertragslaufzeit, von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent.
Der Mindestbeitrag für staatliche Förderung
Bei allen Riester-Verträgen, die derzeit bestehen, müssen die nicht förderberechtigten Ehegatten keinen eigenen Versicherungsbeitrag leisten, wenn der förderberechtigte Ehegatte seinen Versicherungsbeitrag zahle – der sogenannte Nullvertrag.
Die Neuregelung: Ab dem Jahr 2012 müssen alle zulagenberechtigten einen Versicherungsbeitrag von mindestens 60 Euro pro Jahr leisten, um weiterhin einen Anspruch auf die volle staatliche Riester-Zulage zu erhalten.
Lohnt sich ein Riester-Vertrag – oder nicht?
Zehn Jahre nach der Einführung der vielversprechenden Absicherung im Alter, die den Menschen die Grundsicherung gewährleisten soll, ist die Verwirrung der Deutschen um dieses Absicherungsinstrument groß. Insbesondere führten derzeit bestehenden Riester-Verträge nicht dazu, dass die Menschen mehr sparen, vielmehr wurde das Geld in die Riester-Rente umgeschichtet, um sich die staatliche Zuschüsse zu sichern. Ob und für wenn sich ein Riester-Vertrag lohnt, liegt im Ermessen des einzelnen Sparers. Während die Riester-Rente für Geringverdiener nach wie vor eine wesentliche finanzielle Belastung darstellt und zu einem Minusgeschäft führen kann, lohnt sie sich für Singles wegen Steuervorteile und Familien mit Kindern mit durchschnittlichem Einkommen, wegen hohen Kinderzulagen.
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