Finanzhandel – das Geschäft mit den Finanzen
Unter dem Begriff Finanzhandel ist der komplette Handel eines Staates mit seinen gesamten Geldmitteln zu verstehen. Zu den Finanzen zählen hierbei alle Einnahmen und Ausgaben eines Landes; sprich der vollständige Geldverkehr bzw. alle Geldgeschäfte mit ihren Finanzmärkten, Einrichtungen und ihren Regulierungs- und Kontrolleinrichtungen. Zu den Einrichtungen zählen u. a. Banken und Börsen.
Der Finanzhandel ist an die Finanzmärkte gebunden
Die gesamten Finanzmärkte, die in den Handel von Kapital eingebunden und auf einen zukünftigen Austausch von Geldzahlungen aus sind, sind Teil des Finanzhandels. Im weltweiten Vergleich macht der Finanzhandel heutzutage rund 98 Prozent vom Welthandel aus. Dies bedeutet, dass der Finanzhandel, der ohne Warenaustausch abläuft, gegenüber dem Warenhandel dominiert. Im Zuge der Globalisierung gewinnt der Finanzhandel immer mehr an Bedeutung: Der Finanzhandel entwickelt sich zunehmend zu einem engen Netzwerk, das für jeden Handelspartner einen Gewinn darstellt. Noch zu Beginn der 70er Jahre besaß der Warenanteil am Welthandel einen Anteil von rund 90 Prozent. Aufgrund der Tatsache, dass die Anteile am Welthandel sich zugunsten des Finanzhandels verschoben haben, steigt der Wachstumsdruck sowohl auf den Herstellungs- als auch auf den Konsumbereich. Eine gesteigerte Produktion zieht einen erhöhten Rohstoff- und Energieverbrauch nach sich und wirkt sich somit auch auf die Umwelt aus. Beim Finanzhandel sind sowohl die nationalen wie auch die internationalen Finanzmärkte von Bedeutung. Diese sind wiederum an die jeweils gehandelten Finanzmittel gebunden. Geld-, Kredit-, Kapital- und Devisenmarkt bilden die verschiedenen Finanzmärkte, die für den Finanzhandel von Belang sind.
Geldmarkt – der Handel mit kurzfristigen Geldern
Der Geldmarkt grenzt sich aufgrund seines Handels mit kurzfristigen Geldanlagen wie etwa Wertpapieren oder Krediten von den restlichen Finanzmärkten ab. Die Laufzeiten der jeweiligen Geldanlagen belaufen sich von einem Tag bis hin zu 12 Monaten. In diesem Zweig des Finanzhandels besitzt speziell die Zentralbank eine tragende Funktion: Geschäftsbanken können ein gewisses Geldkontingent bei ihr aufnehmen, um Liquiditätsengpässe auszugleichen. Ist dieses Kontingent erschöpft, besteht die Möglichkeit sich kurzfristige Finanzen auf dem Geldmarkt zu beschaffen. Hierzu kann entbehrliches Zentralbankgeld von anderen Geschäftsbanken geliehen werden. Vorübergehende Zahlungsengpässe zwischen Geschäftsbanken können also mithilfe des Handels von Geldmarktpapieren ausgeglichen werden. Zu den Mitteln des Geldmarktes zählen unter anderem Tages- und Termingelder, Leihgeschäfte und Geldmarktderivate.
Kreditmarkt – für mittel- bis langfristige Geldbeschaffungen
Der Kreditmarkt spielt im Finanzhandel eine tragende Rolle: Hierbei handelt es sich um mittel- bis langfristige Geldbeschaffungen; für mindestens ein Jahr. Sowohl Firmen als auch Privatpersonen, so wie der Staat oder öffentliche Einrichtungen finanzieren mithilfe dieser Kredite neue Aufwendungen oder schließen anderweitige Finanzlöcher. Der Renten- und Aktienmarkt deckt nur einen Teil des Kreditmarktes ab. Beim Finanzhandel auf dem Kreditmarkt steuern Vermittler, sogenannte Finanzintermediäre, das Zusammenführen von Geldanbieter und Geldnehmer. Der Finanzhandel bzw. der Austausch von fremden Währungen (Devisen) nennt sich Währungs- oder Devisenmarkt. Beim Finanzhandel auf dem Devisenmarkt werden hiesige Währungen gegen fremdländische zum sogenannten Devisenkurs (Wechselkurs) getauscht. Der Devisenkurs weist im Finanzhandel den Gegenwert einer fremdländischen Währung im Verhältnis zur nationalen aus. Auf dem Devisenmarkt finden meist außerbörsliche Aktionen statt, die vielfach in Form von Buchgeld (direkt bereitgestelltes Bankguthaben) durchgeführt werden.
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